Dass der neue Pontifex Franziskus dem runden Leder interessiert nahesteht, ist schon bekannt gewesen. Er hat dieser Neigung nun durch den Empfang der Nationalmannschaften von Argentinien (seinem Heimatland) und Italien (seinem Arbeitsort) im Rahmen einer Privataudienz im Petersdom öffentlich Ausdruck verliehen.

Auch Lionel Messi befand sich trotz Adduktorenbeschwerden unter den rund 200 Besuchern der beiden Landesfussballverbände, die in mehreren Bussen in den Vatikan chauffiert wurden. Mit reichlich Gastgeschenken im Gepäck machten die größenteils sehr gläubigen Fußballer und Funktionäre dem heiligen Vater ihre Aufwartung.

»Im Fußball bist du entweder Gott oder Bratwurst« soll Tomislav Maric einmal ausgerufen haben. Aber über diesen philosophischen Ansatz wollte der Papst wohl nicht diskutieren. Viel mehr ging es ihm darum, dass die Spieler im Rahmen ihrer Vorbildfunktion für die nachwachsende Generation ein Beispiel für Fairness und Menschlichckeit bleiben sollen. Im Fußball gehe es um viel Geld, darum schleichen sich immer wieder unsaubere Tricks in das »Spiel der Götter« ein. Zu teuflischer Versuchung kommt es, den Ausgang der Partie durch Fouls, Doping oder Bestechung zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Auch sei in den Stadien Rassendiskriminierung und Beleidigung zu verzeichnen.

Die Fußballer ermahnte er, ihre Talente als göttliches Geschenk zu begreifen und sie damit auch im Sinne aller verantwortungsbewusst einzusetzen. Ganz seiner Hirtenfunktion für alle Menschen des Planeten eingedenk mochte er dann auch keiner der Länder Argentinien und Italien für das Länderspiel die Daumen drücken. »Für mich wäre es schwierig zu entscheiden, welche Mannschaft ich anfeuern sollte.« Nun ja, er spielt ja auch in Gottes Team.